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Kopfwäsche

02-09-2010 10:01

Dem Stress davonlaufen

Judith schwimmt Freistil.

Wilde Kreaturen und der Stau im Frühverkehr

 

Wenn Ötzi, der Mann aus dem Eis, zu Lebzeiten einem Säbelzahntiger begegnete, dann kämpfte er entweder um sein Leben oder versuchte zu fliehen. Egal, wofür er sich entschied, beide Varianten erforderten Schnelligkeit, Ausdauer und Konzentration. Die reaktive Bildung von Stresshormonen sorgte nicht nur für erhöhten Herzschlag und Blutdruck, sondern veranlasste unter anderem auch den vermehrten Blutfluss in Armen und Beinen. Alles in allem eine angeborene Stressreaktion des gesamten Organismus zur Sicherung des Überlebens.

Heute wird dieser Mechanismus noch immer ausgelöst. Nur, dass es dazu keinen übermächtigen Gegner braucht. Es genügt schon eine Aneinanderreihung von kleinen alltäglichen Ärgernissen, die uns kampf- oder fluchtbereit werden lassen und uns somit in Stress versetzen.

 

Ötzi, der personal coach

 

Nachdem Ötzi den Tiger abgehängt hatte und wieder in seine Höhle zurückgekehrt war, waren auch die Stresshormone wieder verschwunden. Abgebaut allein durch die Bewegung.

Das zeigt uns also: In Zeiten hoher beruflicher und/oder privater Belastung ist die tägliche Sporteinheit am Abend Entspannung pur. Hier sorgen vor allem Ausdauersportarten für den gewünschten Adrenalinabbau und die Normalisierung der Physis und der Psyche: Das Herz-Kreislaufsystem arbeitet wieder auf normalem Niveau, die Verdauung spielt nicht mehr verrückt, und der Kopf wird wieder klar. Das so entspannte Gehirn ist wieder fähig logisch zu denken und Probleme kreativ zu lösen. Selbst wenn es skurril klingt: Die Idee, einen handlichen Notizblock samt Bleistift ins Sportdress zu schummeln, kann verhindern, dass sich ein vielleicht wichtiger Geistesblitz verläuft.

 

In meiner nächsten Kolumne werde ich mich mit der effizienteren Formulierung von (sportlichen) Zielen beschäftigen. Schauen Sie vorbei!

 

Einen entspannten September wünscht

 

Ihre Mag. Judith Draxler-Hutter

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